Wetterauer Zeitung - 1300 Runden für den guten Zweck

Spendenlauf

Laufen, um anderen Menschen zu helfen. Das war das Motto beim Sponsorenlauf in Echzell. So ist einiges an Geld zusammengekommen.
 
Über einen Erlös von 2350 Euro konnten sich am Samstagabend beim Kassensturz Jonas Stoll und seine Helfer freuen. Der in der Echzeller Flüchtlingshilfe tätige Stoll war derHauptorganisator des Spendenlaufs zugunsten der Ostafrika-Hilfe. Die Spenden kommen jeweils zur Hälfte dem Aktionsbündnis Deutschland und der Jugendpflege Echzell zugute.Das Aktionsbündnis Deutschland kämpft vor Ort gegen die Dürre und die Hungersnot in Ostafrika und damit gegen wesentliche Flüchtlingsursachen. Wie Jonas Stoll ausführte, soll das Geld dazu dienen, den von Missernten und Hunger betroffenen dort lebenden Menschen das Überleben zu ermöglichen. Des Weiteren setzt sich die Ostafrikahilfe aber auch für eine langfristige Hilfe ein. Dabei soll den Menschen das Handwerkszeug für eine nachhaltige Bewirtschaftung bereitgestellt werden.
Bereits im Vorfeld des Sponsorenlaufs auf der Tartan-Bahn des Echzeller Sportplatzes konnten 500 Euro verbucht werden. Manfred Linss, der Vorsitzende der Grätsche gegen Rechtsaußen, überreichte einen entsprechenden Scheck. »Weil wir damit das vorbildliche ehrenamtliche Engagement von Jonas Stoll unterstützen möchten und zum anderen die Arbeit der Jugendpflege 4.0«, sagte Linss. Auch diese Spende geht zur einen Hälfte an die vom Hunger bedrohten Menschen in Ostafrika und zur anderen an die Jugendpflege. »Die Jugendpflege leistet im Sinne der Grätsche Arbeit an der Basis unserer Gesellschaft, mit engagierten Jugendpflegerinnen und Jugendpflegern.«
Auch Echzells Erster Beigeordneter Hans Hahn hatte ein Couvert von der Gemeinde mitgebracht und lobte das Engagement von Jonas Stoll sowie der zahlreichen Helfern im Umfeld, die damit über Kontinente hinausgehende Hilfsbereitschaft bekundeten. Alles angebotene Essen hatten entweder Privatpersonen oder Firmen zubereitet, bereitgestellt und hergerichtet. Der Kern der Veranstaltung war der Sponsorenlauf. Mehrere Gruppen wie die Wannkopfläufer oder die E1-Fußballjugend der JSG Horlofftal aus den Vereinen SV Echell, KSV Bingenheim und SV Reichelsheim drehten ihre Runden für die Ostafrikahilfe. Auch zahlreiche Einzelpersonen oder Kleingruppen gingen in Echzell an den Start. Für jede gelaufene Runde klingelte ein Euro in der Kasse von den Sponsoren der Läufer.
 
Rekord: 60 Runden
 
Der E-Jugendfußballer David Schlüppmann aus Bingenheim lief vier Mal die 400 Meter. Dafür zückte seine Mutter vier Euro. Das Doppelte bewältigte Philipp Spengler aus Bisses und sagte stolz: »Bei mir zahlen Mutti und Oma je vier Euro.«
Auch mehrere der in der Gemeinde Echzell noch rund 60 wohnenden Flüchtlinge und Asylbeweber gingen auf den Rundkurs. Seit 15 Monaten lebt das aus Afghanistan stammende Ehepaar Hassan und Roya Ghulami in Echzell. Auf die Frage, was ihre Motivation für die Teilnahme am Lauf sei, antwortete Roya Ghulami: »Wir wollen bedrängte Menschen in ihrer Heimat unterstützen. Wir wissen, was Unterdrückung bedeutet«. Ihr Landsmann Sarda Wall, seit zwei Jahren in Deutschland, zeigte sich laufstark. Er holte sich Runde für Runde einen Stempel für seine Laufkarte ab bis alle 18 Felder belegt waren und sagte stolz: »Ich bin mit meiner Leistung und der verbundenen Hilfe sehr zufrieden. Schließlich haben wir
noch Ramadan. Da sind 18 Runden eine stolze Zahl«. Damit lag er in der Spitzengruppe des Tages.
Unerreicht blieb hingegen Mona Winter. 60 Mal passierte sie die Kontrollstelle und trug damit 60 Euro, die ProMobil, die ambulante Alten- und Krankenpflege in Echzell, zahlte, zum Erfolg des Tages bei. »Insgesamt wurden rund 1300 Runden gelaufen«, zog Organisator Jonas Stoll auch in dieser Hinsicht ein positives Fazit.

© Wetterauer Zeitung 19.06.2017

 
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